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Zuhören war wichtige Basis

Spezialist für Zutrittslösungen DOM überrascht Kunden mit komplett neuem Schließzylinder

Zuletzt war es doch etwas ruhiger geworden bei DOM. Der Spezialist für Zutrittslösungen, der kommendes Jahr sein 80-jähriges Bestehen feiert, schien sich einzuigeln. Seit Mitte März ist nun auch bekannt, warum das so war: Hinter den Türen war getüftelt und gewerkelt worden, so dass nun mit „ENIQ“ ein komplett neues Produkt im Markt ist, das „die Wünsche der Kunden erfüllt“, wie Martin Mühlenbrock, Leiter des Projektgeschäfts, im Rahmen der aufwendig inszenierten Produktpräsentation in Frankfurt betonte. „Wir entwickeln, was unsere Kunden brauchen, was Sie sich wünschen“, sprach er in seinem gute Laune versprühenden Vortrag das Auditorium direkt an. Zuhören, so Mühlenbrock, war eine wesentliche Vorraussetzung auf dem Weg zu „ENIQ“, und zwar Zuhören, was von der Basis an Forderungen für ein Produkt gestellt wurde. „Höchste Qualität, eine hohe IP-Schutzklasse, Baulängenanpassung, Tauglichkeit für Flucht- und Rettungswege, VdS-gesprüfte Sicherheit, große Variantenvielfalt und ein günstiger
Preis“, bündelte er die Kundenwünsche, die nun alle mit dem neuen Produkt erfüllt worden sein sollen. Group Marketing Director Erik Mastenbroek behauptet sogar, das ist „ein Zylinder, der alle einzelnen Vorteile bereits  bestehender Systeme in einem vereint.“

Mühlenbrock zählte einige der gewünschten und integrierten Vorteile auf.
Wichtige Forderung an ein elektonisches Schließsystem sei ein Zylinder ohne Kabelverbindung gewesen. Das wurde durch ein wenigstens drei Jahre oder 100 000 Schließzyklen Energie spendendes Batteriepack gelöst, das in den Knauf gesetzt wird. Zum Austauschen werde die Kappe vom Knauf gelöst und einfach das alte Batteriepack gegen ein neues gewechselt. Zudem dienen Pin-Kontakte als Verbindungen. Der neue Kupplungsmechanismus
wurde aus der Schließnase in den Zylinderkörper gesetzt. Einfach zu installieren lautete ein weiterer Wunsch der Kunden, den DOM dank einer „Plug & Play“-Lösung gleich in mehrfacher Hinsicht erfüllen will. Zum einen ist der Zylinder mit nur wenigen Drehungen und einer intern „Pommesgabel“ getauften Sicherungsklammer zu befestigen, zum anderen ist er dank der breiten Palette verschiedener Korpusse in nahezu jede Tür integrierbar. Selbst für Glastüren ist „ENIQ“ bereits lieferbar. „Er wird als Kit geliefert, und da sind bereits verschiedene Korpusse enthalten, ein Vermessen an der Tür macht also keine zeitraubenden Nachbestellungen nötig“, sagt Mühlenbrock. Das ist auch praktisch, wenn der Kunde umzieht. Denn unabhängig von der Türstärke im neuen Objekt kann er sicher sein, dass  sein „ENIQ“-System passen wird. Auch beinhaltet das Kit ein spezielles Werkzeug, mit dem allein die Kappe vom Knauf, zum Beispiel beim Batteriewechsel, zu lösen sei. Im Inneren des elektronischen Schließzylinders steckt  serienmäßig erforderliche Technik, um in Online-Systeme integriert zu werden. „Eine sehr, sehr sichere Online- Verbindung, die wenig Energie benötigt“, wie Mastenbroek ergänzt. Bereits in der Standardversion sei das neue Produkt längenverstellbar, abgesehen von den Notausgangs- Modellen, T90-feuerbeständig, spritzwasserfest, mit Wlan-Technik ausgerüstet und somit mit dem Netzmanager RF von DOM konfigurierbar. Zudem sind die Zylinder mit einer bistabilen Rotorkupplung ausgerüstet und verfügen über eine extra helle LED-Anzeige. Und „in Zukunft ist jeder dieser Zylinder VdS und SKG zertifiziert“, versprach Mühlenbrock. Die VdS prüfe erst bei Stücken aus der  Serienproduktion. Da die gerade startet, ist die Prüfung noch im Gange, doch die bisher vorgelegten Muster haben wohl alle Hürden genommen, so dass es keine Zweifel an der finalen Zertifizierung gibt. Schließlich, und das geht auf Mastenbroek zurück, der so die Wünsche von Architekten und Objektbetreibern befriedigen will, ist der Zylinder nicht nur in Edelstahl zu bekommen, sondern wird auch in Schwarz und Weiß produziert. Mastenbroek meinte: „Wir haben ein Produkt geschaffen, das einen guten ersten Eindruck macht und bereits alle Standards hat. Damit werden wir viele Kunden happy machen.“

Gleich zum Start in den Markt jetzt am 1. April bietet DOM zehn Varianten des neuen Produkts an, vom Halbzylinder über den Doppelknaufzylinder bis zum Zylinder ohne Innenknauf. Sogar ein Vorhängeschloss mit der „ENIQ“-Technik ist bereits auf dem Markt. Passend zum neuen Produkt hat die Mannschaft um Mastenbroek auch eine neue Marketing-Unterstützung entwickelt. Da ist einmal die druckfrische Broschüre, die alle Produkte der Brühler zur elektronischen Zutrittskontrolle beinhaltet. Auch ein umfangreicher Flyer, der die Einsatzmöglichkeiten der neuen Technologie schildert, wurde erstellt. Und schließlich hat der Hersteller noch eine Broschüre aufgelegt, die über die verschiedenen Schulungs- und Trainingsmaßnahmen von DOM informiert. Da werden verschiedene Technik- und Montagetrainings angeboten, die nicht nur den neuen „ENIQ“ betreffen, sondern auch bereits im Markt etablierte Produkte wie „Protector“, „Guardian“ oder den „Access Manager“ behandeln. DOM-Geschäftsführer Martin Dettmer erläuterte den Namen „ENIQ“: „Entrance, Intelligence und Quality“ lehnt sich das Brühler Unternehmen an international verständliche Begriffe an.

Die jüngste Entwicklung des Herstellers klang sehr positiv. Dettmer sprach von einem sehr guten Jahr 2014, das in Teilen der D/A/CH- und BeNeLux-Regionen „ein zweistelliges Wachstum“ erbrachte. Entsprechend konnte das Unternehmen einen Umsatz von ca. 70 Mio. EUR erwirtschaftet, und auch wieder 5 Mio. EUR investieren. „Nie zuvor hat DOM so hoch investiert“, meinte Dettmer. Auch in Mitarbeiter hat das Unternehmen investiert. Zwar wurde eine Management-Ebene im Sinne kurzer Absprachewege eingespart, aber „im Bereich Entwicklung haben wir die Mitarbeiterzahl um 30% aufgestockt“, sagt Dettmer, und das betreffe vorrangig den Bereich der Software-Entwicklung. Ebenso rückt die Projektarbeit immer mehr in den Fokus. Da wurde ein neuer Geschäftszweig eingerichtet. „Der betreibt komplexe Elektronik-Konzepte“, skizziert der Geschäftsführer den Aufgabenbereich. Ebenfalls recht neu sei die Mitte letzten Jahres ins Leben gerufene Service-Hotline. „Der Servicegedanke steht bei uns ganz weit oben“, betont er, und so werde da stets weiter  verbessert und optimiert. „Ein Unternehmen muss sich auch einmal radikal ändern, um erfolgreich zu sein“, lautet Dettmers Ansicht. Insgesamt sei das Team „verjüngt und internationaler aufgestellt“. Zudem sei das Unternehmen in den Absatzschwerpunkten D/A/CH und BeNeLux „super positioniert“. Zwar ist schon einiges wie der  Fertigungsbereich für elektrische Produkte fertig, doch sei der Stamsitz in Brühl derzeit immer noch eine große Baustelle. Doch das scheint bei DOM wohl die einzige zu sein, zudem eine mit einem absehbaren Ende in diesem Sommer.

In allen anderen Bereichen hat das Unternehmen seine Hausaufgaben erledigt. Nun wird man gespannt verfolgen, wie „ENIQ“ bei den Kunden ankommt. Doch darf man da Zuversicht zeigen, denn, so sagte Mastenbroek: „Wir haben Ihnen zugehört und Ihre Wünsche erfüllt.“ Was soll da noch schief gehen?

Quelle: schloss-beschlagmarkt 04/2015

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